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Franken

Quelle

Franken, volkstümlich auch Frankenland genannt, (Fränkisch: Franggn) ist eine Region in Deutschland, in der etwa fünf Millionen Menschen leben.Sie zeichnet sich durch kulturelle und sprachliche Eigenheiten aus und kann in etwa mit dem Gebiet gleichgesetzt werden, in dem ostfränkische Dialekte (umgangssprachlich Fränkisch) vorherrschen, wobei in Randbereichen der heutigen fränkischen Verwaltungseinheiten auch andere Dialekte wie zum Beispiel das Untermainländische gesprochen werden. Zu Franken gehören demnach im Wesentlichen die Bezirke Oberfranken, Unterfranken und Mittelfranken in Bayern, Hohenlohe, Tauberfranken sowie die Städte und Gemeinden im Altkreis Buchen (heute Neckar-Odenwald-Kreis) und im Bauland im nordöstlichen Baden-Württemberg, weiterhin Südthüringen südlich des Rennsteigs sowie Teile Hessens, hier insbesondere der bis 1866 zu Bayern gehörde Kreis Gersfeld in der Rhön und das Territorium der zum Fränkischen Reichskreis gehörenden Grafschaft Erbach, das im Wesentlichen mit dem Odenwaldkreis identisch ist, zu welchem auch der (seit 1822 so benamte) Ort Fränkisch-Crumbach als ehemaliger Vorort der zum Fränkischen Ritterkreis zählenden Herrschaft Rodenstein gehört. Eine offiziell festgelegte räumliche Eingrenzung Frankens gibt es nicht.

Der Begriff Franken bezeichnet auch die Volksgruppe, die in dieser Region lebt. Sie ist vom germanischen Volksstamm der Franken zu unterscheiden – die Region war historisch lediglich dessen östlichstes Siedlungsgebiet. Archäologisch ist im 6. und 7. Jahrhundert eine starke Frankisierung des vorher vorwiegend alamannisch-elbgermanisch und in Oberfranken teilweise slawisch besiedelten Gebiets festzustellen. Spätestens seit dem 9. Jahrhundert als Francia Orientalis (Ostfranken) bekannt, bildete das Gebiet im Hochmittelalter den Ostteil des fränkischen Stammesherzogtums und seit 1500 den Fränkischen Reichskreis. Im Zuge der Neugliederung der süddeutschen Staaten durch Napoleon Bonaparte nach dem Ende des Heiligen Römischen Reiches wurde der größte Teil Frankens Bayern zugesprochen.

Etymologie

Franken (hier von lateinisch Francia orientalis, Ostfranken) ist aus der Dativ-Plural-Form von Franke, einem Angehörigen des germanischen Stamms der Franken, hervorgegangen. Die wissenschaftliche Namenkunde folgt weitgehend dem Nachschlagewerk des frühmittelalterlichen Gelehrten Isidor von Sevilla (um 560–636) und führt den Frankennamen auf eine indogermanische Wurzel *(s)p(h)ereg- (deutsch ‚gierig, heftig‘) zurück. Diese Silbe kommt vor im mittelniederländischen vrac ‚gierig‘ und altnorwegischen frakkr ‚schnell, mutig‘ und bedeutet so viel wie ‚frech, tapfer, mutig‘. Die Franken waren demnach die Frechen, Mutigen, Kühnen. Seit dem 9. Jahrhundert bezog sich der geographische Name nicht mehr auf das gesamte Frankenreich, sondern immer mehr auf das Gebiet Ostfranken entlang des Mains, an dem der Name schließlich haften blieb.

Die Bedeutung frank im Sinne von ‚frei‘ ist dagegen keine ursprüngliche Bezeichnung für die Franken, sondern entstand zur Zeit der Merowinger im romanisierten Herrschaftsgebiet der Franken. Erst im 15. Jahrhundert wurde die deutsche Bedeutung frei aus dem Französischen entlehnt.

Geographie

Räumliche Eingrenzung

Franken grenzt sich, geschichtlich bedingt, mit kulturellen und vor allem sprachlichen Eigenheiten von seiner Umgebung ab, ist aber kein politisches Gebilde mit fest eingegrenztem oder definiertem Gebiet. Daher ist die Zugehörigkeit bestimmter Gebiete zu Franken strittig. Als Anhaltspunkt zur genaueren Eingrenzung Frankens können unter anderem die ehemaligen Territorien des Herzogtums Franken und des Fränkischen Reichskreises, das Verbreitungsgebiet der Ostfränkischen Dialektgruppe, die gemeinsame Kultur und Geschichte der Region und die Verwendung des Fränkischen Rechens in Wappen, Fahnen und Siegeln dienen. Jedoch ist erst seit dem 19. Jahrhundert ein Bewusstsein in der Bevölkerung nachweisbar, sich fränkisch zu sehen, weshalb die näheren Umstände der Herausbildung einer fränkischen Identität umstritten sind. Franken besitzt viele kulturelle Eigenheiten, die aus anderen Regionen entnommen und weiterentwickelt wurden.

Folgende Gebiete werden zu Franken gezählt: Die bayerischen Regierungsbezirke Unterfranken, Oberfranken und Mittelfranken, die Gemeinde Pyrbaum im Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz, der nordwestliche Teil des oberbayerischen Landkreises Eichstätt (deckungsgleich mit dem Alt-Landkreis Eichstätt), die ostfränkischen Landkreise Südthüringens, Teile des Landkreises Fulda und des Odenwaldkreises in Hessen, die baden-württembergischen Regionen Tauberfranken und Hohenlohe sowie die Region um das badische Buchen.

In Einzelfällen kann die Zugehörigkeit einiger Gebiete umstritten sein, darunter fallen der dem bairischen Dialektraum zugehörige Alt-Landkreis Eichstätt und der Landkreis Wunsiedel im Fichtelgebirge sowie die hessischsprachige Region um Aschaffenburg, die nie dem Fränkischen Reichskreis angehörte. Die Zugehörigkeit der Stadt Heilbronn, deren Bewohner sich selbst nicht als Franken bezeichnen, ist ebenfalls umstritten. Darüber hinaus ist eine Identifikation mit Franken in den fränkischsprachigen Gebieten der Oberpfalz, Südthüringens und Hessens bisweilen weniger stark ausgeprägt.

Zudem liegt das Bayerische Vogtland im Nordosten Oberfrankens.

Politische Gliederung

Die Region Franken ist auf die Bundesländer Hessen, Thüringen, Bayern und Baden-Württemberg aufgeteilt. Der nach Bevölkerung und Fläche größte Teil Frankens gehört zu Bayern und ist in die drei Regierungsbezirke und Bezirke Mittelfranken (Hauptstadt Ansbach), Oberfranken (Hauptstadt Bayreuth) und Unterfranken (Hauptstadt Würzburg) gegliedert. Der Name der Regierungsbezirke bezieht sich, ähnlich wie im Falle von Ober- und Niederbayern, auf die Lage zum Main. Entsprechend liegt Oberfranken an dessen Oberlauf, Unterfranken am Unterlauf und Mittelfranken dazwischen, wobei der Main nicht durch Mittelfranken fließt. Wo diese drei Regierungsbezirke aneinander grenzen, befindet sich der Dreifrankenstein. Kleinere Teile Frankens gehören auch den Regierungsbezirken Oberpfalz und Oberbayern an.

Die fränkischen Gebiete Baden-Württembergs sind die Landschaften Tauberfranken und Hohenlohe, die zur Region Heilbronn-Franken mit Sitz in Heilbronn gehören und dem Regierungsbezirk Stuttgart zugeordnet werden, sowie die Gegend um das badische Buchen in der Region Rhein-Neckar. Die fränkischen Teile Thüringens liegen in der Planungsregion Südwestthüringen. Fränkische Regionen im Land Hessen sind kleinere Teile des Landkreises Fulda (Regierungsbezirk Kassel) und des Odenwaldkreises (Regierungsbezirk Darmstadt), die im Grenzgebiet zu Bayern bzw. zu Thüringen liegen.

Gewässer

Die beiden wichtigsten Flüsse der Region sind der Main und die Regnitz als dessen Hauptzufluss. Nebenflüsse der beiden in Franken sind Tauber, Pegnitz, Rednitz und Fränkische Saale. Weitere wichtige Flüsse der Region sind im Gebiet von Hohenlohe-Franken Jagst und Kocher, die nördlich vom baden-württembergischen Heilbronn in den Neckar münden, die Altmühl und die Wörnitz in Mittelfranken als Nebenflüsse der Donau sowie Ober- und Mittellauf der Werra, des rechten Quellflusses der Weser. Im Nordosten Oberfrankens entspringen zwei linke Nebenflüsse der Elbe, „Sächsische“ Saale und Eger.

Der Main-Donau-Kanal verbindet Main und Donau quer durch Franken von Bamberg über Nürnberg nach Kelheim. Er ergänzt damit Rhein, Main und Donau zu einer durchgängig schiffbaren Verbindung zwischen der Nordsee und dem Schwarzen Meer. In Franken gibt es nur wenige, meist sehr kleine natürliche Seen. Das hängt damit zusammen, dass die meisten natürlichen Seen in Deutschland glazialen oder vulkanischen Ursprungs sind, wovon Franken in der jüngeren Erdgeschichte verschont blieb. Zu den größten Stillgewässern gehören Stauseen, die meist als Wasserspeicher für die relativ trockenen Landschaften Frankens dienen. Dazu gehören die seit den 1970er Jahren entstandenen Gewässer des Fränkischen Seenlands, die auch eine Tourismusattraktion sind. Das Zentrum dieser Seen ist der Große Brombachsee, der mit einer Fläche von 8,7 km² das flächenmäßig größte Gewässer Frankens ist.

Gebirge und Ebenen

Mehrere Mittelgebirge prägen die fränkische Landschaft. Im Südosten wird sie von der Fränkischen Alb gegen die anderen Teile Bayerns abgeschirmt. Im Osten bildet das Fichtelgebirge die Grenze, im Norden sind der Frankenwald, das Thüringer Schiefergebirge, der Thüringer Wald, die Rhön und der Spessart eine Art natürliche Barriere. Im Westen liegen Frankenhöhe und Schwäbisch-Fränkische Waldberge. Im fränkischen Teil Südhessens liegt der Odenwald. Die wichtigsten Mittelgebirge im Inneren der Region sind der Steigerwald, die Haßberge sowie die Fränkische Alb mit ihren Teil-Höhenzügen Hahnenkamm und Fränkische Schweiz. Der höchste Berg Frankens ist der 1051 m ü. NHN hohe Schneeberg im Fichtelgebirge. Weitere bekannte Berge sind der Ochsenkopf (1024 m ü. NHN), der Kreuzberg (927,8 m ü. NHN), das 513,9 m hohe Walberla und der 689,4 m hohe Hesselberg. In den Kammlagen des Thüringer Waldes und Schiefergebirges am Rennsteig ragen unter anderem die Berge Großer Beerberg (982,9 m ü. NHN), Schneekopf (987 m ü. NHN), Kieferle (867,2 m ü. NHN) und Bleßberg (866,9 m ü. NHN) heraus. Zu den Zeugenbergen der Region zählen neben dem Hesselberg auch die Gleichberge. Die niedrigste Stelle Frankens ist mit 100 Metern der Wasserspiegel des Mains in Kahl am Main.

Neben den Gebirgen gibt es auch mehrere sehr flache Gebiete, darunter das Mittelfränkische Becken und die Hohenloher Ebene. Im Süden Frankens liegen kleinere Teile des flachen Nördlinger Rieses, eines der am besten erhaltenen Impaktkrater der Erde.

Wälder, Schutzgebiete, Tier- und Pflanzenwelt

Frankens Flora ist von Laub- und Nadelwäldern geprägt. Naturnahe Wälder gibt es in Franken vor allem in den Mittelgebirgen Spessart, Frankenwald, Odenwald und Steigerwald. Der Nürnberger Reichswald ist ein weiteres großes Waldgebiet im Ballungsraum der Region Nürnberg. Andere große Waldgebiete in Franken sind der Mönchswald, der Reichsforst im Fichtelgebirge und der Selber Forst. In den Flusstälern entlang von Main und Tauber wurde die Landschaft für den Weinanbau umgestaltet. Im Spessart gibt es ausgeprägte Eichenwälder. Weit verbreitet sind Magerrasen, ein extensiv genutztes Grünland an besonders nährstoffarmen, „mageren“ Standorten. Besonders die Südliche Frankenalb mit dem Altmühltal ist gekennzeichnet von solchen Magerrasen. Viele dieser Gebiete sind als Schutzgebiet ausgewiesen.

Franken weist gebietsweise für Süddeutschland einzigartige Sandlebensräume auf, die als so genannte Sandachse Franken geschützt sind. Bei der Errichtung des Altmühlsees wurde eine unter Naturschutz stehende Vogelinsel angelegt, die einer Vielzahl von Vogelarten zur Heimat wurde. Ein wichtiges Schutzgebiet ist auch das Schwarze Moor in der Rhön, das zu den bedeutendsten Moorgebieten Mitteleuropas zählt. Ein bekanntes Schutzgebiet ist das Luisenburg-Felsenlabyrinth bei Wunsiedel, ein Felsenmeer aus Granitblöcken mit Ausmaßen von mehreren Metern. Die Einrichtung eines ersten fränkischen Nationalparks im Steigerwald wurde kontrovers diskutiert, aber im Juli 2011 von der Bayerischen Staatsregierung abgelehnt. Als Begründung diente die ablehnende Haltung der örtlichen Bevölkerung. Naturschützer fordern nun, Teile des Steigerwaldes als Weltnaturerbe zu schützen. Es gibt in Franken mehrere Naturparks, darunter der Naturpark Altmühltal, seit 1969 eines der größten Deutschlands. Weitere Naturparks sind der Naturpark Schwäbisch-Fränkischer Wald in Baden-Württemberg und die Naturparks Bayerische Rhön, Fichtelgebirge, Frankenhöhe, Frankenwald, Fränkische Schweiz – Frankenjura, Haßberge, Spessart und Steigerwald in Bayern sowie der Geo-Naturpark Bergstraße-Odenwald in Bayern, Baden-Württemberg und Hessen. Naturparks machen fast die Hälfte der Fläche Frankens aus. 1991 erkannte die UNESCO die Rhön als Biosphärenreservat an. Zu den „schönsten Geotopen Bayerns“ gehören in Franken unter anderem die Fossa Carolina, der Zwölf-Apostel-Felsen, die Ehrenbürg, die Höhlenruine Riesenburg sowie der Frickenhäuser See. Die Europäischen Vogelschutzgebieten in Franken liegen meist in den Mittelgebirgen wie dem Steigerwald, in großen Waldgebieten wie dem Nürnberger Reichswald oder entlang von Gewässern wie der Altmühl. Es sind auch zahlreiche Fauna-Flora-Habitate und Landschaftsschutzgebiete ausgewiesen. In Franken gibt es besonders viele Kalktuffrinnen, quellnahe Hochbetten eines Baches in Karstlandschaften, die Steinerne Rinnen genannt werden. Beispiele sind die unter Schutz stehenden Käsrinne bei Heidenheim und Steinerne Rinne bei Wolfsbronn.

Franken besitzt wie große Teile Deutschlands nur noch relativ wenige Großtierarten. Im Wald leben unter anderem verschiedene Marderarten, Dam- und Rothirsche, Rehe sowie Wildschweine und Füchse. In naturnahen Gebieten wie dem Fichtelgebirge leben Luchse und Auerhähne, aber auch Biber und Fischotter verbreiten sich wieder. Vereinzelt gibt es Sichtungen von seit längerem in Mitteleuropa ausgerotteten Tieren in Franken, beispielsweise vom Wolf.

Geologie

Allgemeines

Nur im äußersten Nordosten Frankens und im Spessart beißt variszisches Grundgebirge aus, das im Zuge des Norddrucks der Alpen aus dem Untergrund herausgehoben wurde. Es handelt sich um Gesteine präpermischen Alters, die während verschiedener Phasen der Variszischen Gebirgsbildung im Jungpaläozoikum vor etwa 380 bis 300 Millionen Jahren gefaltet und teilweise unter hohen Drücken und Temperaturen umgewandelt oder aus aufsteigenden Magma in der Erdkruste kristallisiert sind. Nicht oder nur schwach metamorph, da nur in geringer Krustentiefe deformiert, sind die unterkarbonischen Tonschiefer und Grauwacken des Frankenwaldes. Das Fichtelgebirge, die Münchberger Hochfläche und der Spessart weisen hingegen stärker metamorphe Gesteine (Phyllit, Glimmerschiefer, Amphibolit, Gneis) auf. Das Fichtelgebirge ist zudem gekennzeichnet durch große Granitkörper, sogenannte postkinematische Plutone, die in der Spätphase der variszischen Gebirgsbildung in den metamorphen Gesteinen platzgenommen haben. Meist handelt es sich dabei um S-Typ-Granite, deren Schmelzen tief in die Kruste versenkten, aufgeheizten Sedimentgesteinen entstammten. Während Fichtelgebirge und Frankenwald der Saxothuringischen Zone des mitteleuropäischen Varistikums zugerechnet werden, gehört der Spessart zur Mitteldeutschen Kristallinzone. Die Münchberger Masse wird wahlweise dem Saxothuringikum oder der Moldanubischen Zone zugerechnet.

Ein weitaus größerer Teil des oberflächennahen Untergrundes Frankens wird von mesozoischen, unmetamorphen, ungefalteten Gesteinen des Süddeutschen Schichtstufenlands eingenommen. Die regionalgeologische Entsprechung des Süddeutschen Schichtstufenlandes ist die Süddeutsche Großscholle. An der sogenannten Fränkischen Linie, einer bedeutenden Verwerfung, ist das saxothuringisch-moldanubische Grundgebirge um stellenweise bis zu 2000 Meter gegenüber der Süddeutschen Großscholle herausgehoben worden. In den westlichen zwei Dritteln Frankens dominiert die Trias mit den Sand-, Silt- und Tonsteinen (sogenannte Siliziklastika) des Buntsandsteins, den Kalksteinen und Mergeln des Muschelkalks und den gemischten aber überwiegend siliziklastischen Sedimentgesteinen des Keupers. In der Rhön sind die Triasgesteine überdeckt und durchsetzt von Vulkangestein (Basalt, Basanit, Phonolith, Trachyt) des Tertiärs. Im östlichen Drittel Frankens dominiert der Jura der Fränkischen Alb, mit den dunklen Tonsteinen des Schwarzjura, den Tonsteinen und eisenschüssigen Sandsteinen des Braunjura und, landschaftlich besonders prägend, den verwitterungsresistenten Kalk- und Dolomitsteinen des Weißjura, die den eigentlichen Höhenzug der Alb formen. In der Alb sind zudem meist siliziklastisch ausgebildete Sedimentgesteine der Oberkreide erhalten geblieben.

Die mesozoischen Sedimente wurden in großräumigen Senkungsgebieten abgelagert. Während in der Trias der fränkische Teil dieser Senkungsgebiete oft festländisch war, war er im Jura die meiste Zeit von einem Randmeer des westlichen Tethys-Ozeans bedeckt. Zur Ablagerungszeit der Kalksteine und Dolomite des Weißen Juras war dieses Meer in Schwammriffe und dazwischenliegende Lagunen gegliedert. Aus den Riffkörpern und den feinkörnigen Lagunenkalken und -kalkmergeln (repräsentiert durch Naturstein­sorten wie den Treuchtlinger Marmor bzw. den Solnhofener Plattenkalk) ist der Großteil der Fränkischen Alb aufgebaut. Durch einen Abfall des Meeresspiegels gegen Ende des Oberen Jura wurden größere Flächen zu Beginn der folgenden Kreidezeit zunächst wieder Festland. Im Verlauf der Oberkreide stieß das Meer erneut bis in den Bereich der Fränkischen Alb vor. Zum Ende der Oberkreide zog sich das Meer dann endgültig aus der Region zurück. Zudem erfuhren weite Teile Süd- und Mitteldeutschlands im Zuge der Alpenentstehung im Tertiär eine generelle, im Bereich der Grundgebirgsaufbrüche sogar eine beträchtliche Hebung. Seither ist Franken überwiegend von Erosion und Verwitterung (speziell in der Alb in Form von Karst) geprägt, was schließlich zur Ausformung der heutigen Landschaften führte.

Fossilien

Die ältesten Makrofossilien Frankens, zugleich auch die ältesten Makrofossilien Bayerns, sind Archaeocyathen, schwammähnliche, kelchförmige Meeresorganismen, die im Jahre 2013 in einem Kalksteinblock spätunterkambrischen Alters, etwa 520 Millionen Jahre alt, nachgewiesen wurden. Der Block stammt aus der Nähe von Schwarzenbach am Wald aus dem sogenannten Heinersreuther Blockkonglomerat, einem unterkarbonischen Wildflysch. Es handelt sich bei den nachgewiesenen Archaeocyathen jedoch nicht um dreidimensional erhaltene Fossilien, sondern um zweidimensionale Schnitte in Dünnschliffen. Diese Dünnschliffe wurden bereits in den 1970er Jahren angefertigt und untersucht, jedoch sind die Archaeocyathen darin seinerzeit offenbar übersehen worden.

Bekanntere und mehrbeachtete Fossilienfunde in Franken entstammen den ungefalteten Sedimentgesteinen aus Trias und Jura. Der Buntsandstein zeichnet sich allerdings nur durch eine relativ geringe Körperfossilführung aus. Wesentlich häufiger enthält er Spurenfossilien, insbesondere die Landwirbeltierfährte Chirotherium. Typlokalität dieser Fährte ist Hildburghausen im thüringischen Teil Frankens, wo sie im sogenannten Thüringer Chirotheriensandstein (oberster Mittlerer Buntsandstein) auftritt. Chirotherium ist aber auch im bayerischen und württembergischen Teil Frankens vertreten. Fundstellen sind unter anderem Aura nahe Bad Kissingen, Karbach, Gambach und Külsheim. Dort sind die Vorkommen etwas jünger (Oberer Buntsandstein), und das entsprechende stratigraphische Intervall wird Fränkische Chirotherienschichten genannt. Zu den wenigen bedeutenden Körperfossilfunden von Wirbeltieren zählen die Procolophonoiden Anomoiodon liliensterni aus Reurieth im thüringischen Teil Frankens und Koiloskiosaurus coburgiensis aus Mittelberg bei Coburg, beide aus dem Thüringer Chirotheriensandstein, sowie der Temnospondyle Mastodonsaurus ingens (möglicherweise identisch mit dem Mastodonsauriden Heptasaurus cappelensis) aus dem Oberen Buntsandstein von Gambach.

Bereits im ersten Jahrzehnt des 19. Jahrhunderts begann Georg zu Münster im Oberen Muschelkalk von Bayreuth mit systematischen Fossilaufsammlungen und -grabungen. So wurde der Oschenberg bei Laineck zur Typlokalität zweier relativ bekannter, später auch in anderen Gegenden Mitteleuropas gefundener Meeresreptilien der mittleren Trias, der „Pflasterzahnechse“ Placodus und der „Bastardechse“ Nothosaurus.

Im mittleren Keuper (Feuerletten) Frankens kommt eine der bekanntesten und häufigsten Dinosaurierarten Mitteleuropas vor: Plateosaurus engelhardti, ein früher Vertreter der Sauropodomorpha. Seine Typlokalität befindet sich bei Heroldsberg nordöstlich von Nürnberg. Als dort 1834 erstmals Überreste von Plateosaurus entdeckt wurden, war dies der erste Fund eines Dinosauriers auf deutschem Boden, noch bevor der Name „Dinosauria“ geprägt wurde. Eine weitere bedeutende Fundstelle von Plateosaurus in Franken ist Ellingen.

Weitaus berühmter als Plateosaurus, Placodus und Nothosaurus ist wohl der erdgeschichtlich erste Vogel Archaeopteryx. Er wurde in der südlichen Fränkischen Alb, unter anderem in der berühmten Fossilfundstätte Solnhofen im Solnhofener Plattenkalk (Solnhofen-Formation, frühes Tithonium, Oberjura) gefunden. In den sehr feinkörnigen, laminierten lagunären Kalksteinen sind neben Archaeopteryx, dem Flugsaurier Pterodactylus und verschiedenen Knochenfischen auch zahlreiche Wirbellose extrem detailliert überliefert, zum Beispiel Haarsterne und Libellen. Eichstätt, die andere „große“ und ähnlich berühmte Fossillokalität in der Solnhofen-Formation, in der neben Archaeopteryx unter anderem auch die theropoden Dinosaurier Compsognathus und Juravenator gefunden wurden, liegt am Südrand der Alb in Oberbayern.

Auch eine unrühmliche Episode in der Geschichte der Paläontologie trug sich in Franken zu: Gefälschte Fossilien, die sogenannten Würzburger Lügensteine, wurden in den 1720er Jahren vom Würzburger Arzt und Naturforscher Johann Beringer für viel Geld erworben und anschließend in einer Monografie zusammen mit echten Fossilien aus dem Würzburger Raum beschrieben und abgebildet. Allerdings ist nicht ganz klar, ob Beringer die Fälschungen wirklich untergeschoben wurden oder ob er sie selbst hat anfertigen lassen.

Klima

Franken hat ein humides kühlgemäßigtes Übergangsklima, das weder sehr kontinental noch sehr maritim ausgeprägt ist. Die monatlichen Durchschnittstemperaturen schwanken je nach Gebiet zwischen etwa −1 bis −2 °C im Januar und 17 bis 19 °C im August, jedoch werden an einigen Tagen im Sommer besonders in Großstädten Spitzentemperaturen von über 35 °C erreicht. Das Klima Frankens ist sonnenreich und relativ warm, im Sommer gehört beispielsweise Unterfranken zu den sonnigsten Gegenden in Deutschland. Die Tagestemperaturen liegen im bayerischen Teil Frankens im Mittel um 0,1 °C höher als das gesamtbayerische Mittel. In Franken wie auch in ganz Nordbayern fällt vergleichsweise weniger Regen als es für die geographische Lage üblich ist; selbst Sommergewitter sind oft weniger ergiebig als in anderen Gebieten Süddeutschlands. Im südlichen Bayern fällt etwa 2000 mm Niederschlag jährlich und damit fast dreimal so viel wie in Teilen von Franken (etwa 500–900 mm) im Regenschatten von Spessart, Rhön und Odenwald.

Franken als Volksgruppe

Ein großer Teil der Bewohner der Region Franken versteht sich selbst als Franken. Die Region wird von etwa 5 Millionen Menschen bewohnt. Die Bewohner der meisten anderen Teile des fränkischen Sprachraums bezeichnen sich selbst nicht als Franken. In Anlehnung an den soziologischen Begriff der Deutschen Stämme zählt der Freistaat Bayern die Franken zusammen mit den Baiern, Schwaben und Sudetendeutschen zu den „vier Stämmen Bayerns“. Laut Landesportal der Bayerischen Staatsregierung zeichnen den Stamm der Franken „ausgeprägter Gemeinschaftssinn, Organisationstalent, Heiterkeit und ein schnelles Auffassungsvermögen“ aus. Als Volksstamm existieren die Franken etwa seit Mitte des 10. Jahrhunderts, als sich auch ein nachweisbares Eigenbewusstsein herausgebildet hatte.

Städte

Alle Städte Frankens mit mehr als 40.000 Einwohnern befinden sich mit Ausnahme Schwäbisch Halls im Freistaat Bayern. Die mit Abstand größte Stadt Frankens ist Nürnberg mit über 500.000 Einwohnern. Die anderen drei Großstädte sind Fürth, Würzburg und Erlangen. Nürnberg bildet zusammen mit seinen Nachbarstädten Fürth, Erlangen und Schwabach ein dichtbevölkertes Städteband, den 1,4 Millionen Einwohner fassenden Großraum Nürnberg. Nürnberg befindet sich an vierzehnter Stelle der deutschen Städte nach Einwohnerzahl und an zweiter Stelle in Bayern.

Die größten Städte des baden-württembergischen Frankenlandes sind Schwäbisch Hall (42.743 Einwohner), Crailsheim (36.239 Einwohner), Öhringen (25.591 Einwohner) und Bad Mergentheim (24.752 Einwohner). Die größten Orte im thüringischen Teil sind Suhl (36.986 Einwohner), Meiningen (25.679 Einwohner) und Sonneberg (23.435 Einwohner). Der größte Ort im hessischen Teil Frankens ist Gersfeld mit 5521 Einwohnern.Die größten Städte des bayerischen Teils sind Nürnberg (526.091 Einwohner), Fürth (132.032 Einwohner), Würzburg (128.246 Einwohner) und Erlangen (117.806 Einwohner).

Im Mittelalter grenzte sich Franken mit seinen zahlreichen Städten von anderen Regionen wie etwa dem Herzogtum Bayern ab. Im Spätmittelalter dominierten meist kleinere Städte mit wenigen hundert bis tausend Einwohnern, deren Größe sich kaum von Dörfern unterschied. Viele Städte entstanden entlang großer Flüsse oder wurden von den Fürstbischöfen und Adelsgeschlechtern gegründet. Auch die Staufer wirkten in vielen Städten, die sich später meist zu Reichsstädten mit starker Orientierung an Nürnberg entwickelten.  Kleinste Stadt Frankens ist das thüringische Ummerstadt mit 463 Einwohnern:

Sprache

Verbreitung der Ostfränkischen Dialekte mit Übergangszonen

Amts- und Verkehrssprache ist Deutsch. Zahlreiche weitere Sprachen werden von jenen gesprochen, die aus anderen Sprachregionen kommen oder den entsprechenden Migrationshintergrund haben.

Der in Franken gesprochene Dialekt wird im Allgemeinen als fränkisch bezeichnet, tatsächlich handelt es sich jedoch nur um eine Untergruppe der fränkischen Sprachen. In der Sprachwissenschaft wird er als Ostfränkisch deklariert, bildet die südöstlichste Dialektgruppe der fränkischen Sprachen und wird im Rahmen des Vorhabens Fränkisches Wörterbuch der Bayerischen Akademie der Wissenschaften erfasst.Diese Dialektgruppe erstreckt sich über ein Gebiet, das zum Übergangsbereich des mitteldeutschen und oberdeutschen Sprachraums gehört und sich über nordöstliche Teile Baden-Württembergs, den Nordwesten Bayerns, den Südwesten Thüringens, einige südöstliche Randgebiete Hessens und den äußersten Südwesten Sachsens erstreckt. Die Grenzen zu den benachbarten Mundartgebieten des deutschen Sprachraums verlaufen dabei in der Regel nicht scharfkantig, sondern werden von mehr oder weniger breiten Übergangszonen gebildet.Lediglich im Norden existiert mit der Kammlinie des Rennsteigs eine klare Abgrenzung, die das Fränkische vom Thüringischen trennt. Das Ostfränkische weist Merkmale auf, die aus anderen Dialekten stammen, weswegen eine Abgrenzung zu anderen Dialekten schwierig ist.

Im Westen des Regierungsbezirks Unterfranken wird das Rheinfränkische gesprochen, welches nicht zum Ostfränkischen gehört, vor allem im ehemals kurmainzischen Gebiet westlich des Spessarts mit Aschaffenburg als Hauptort. Das hier gesprochene Untermainländisch gehört zu den südhessischen Mundarten.

Die Dialekte der fränkischen Teile Baden-Württembergs (etwa die westlichen Teile der Region Heilbronn-Franken) werden zum Teil der südfränkischen Dialektgruppe zugerechnet.

In einigen Randgebieten der heute als Franken bezeichneten Regionen werden jedoch auch nichtfränkische Dialekte gesprochen. Jeweils im Südosten der beiden Regierungsbezirke Ober- und Mittelfranken ist es das Nordbairische, das dort, südöstlich der Städte Wunsiedel und Hilpoltstein, hauptsächlich gesprochen wird.

Der einen Übergang zwischen Hochsprache und Mundart darstellende fränkische Regiolekt ist verbreitet.

Die ostfränkischen Dialekte führten zur Ausprägung einer fränkischen Dialektliteratur, die ihre Schwerpunkte heute in den Gebieten um Würzburg und Nürnberg besitzt.

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